Die Idee für diese Seite „50 Jahre bemannter Weltraumflug“ entstand nach einem Blick auf den Kalender. 2011 jährt sich zum 50. Mal der erste bemannte Weltraumflug. Ich kann mich noch daran erinnern, wie begeistert ich beim Lesen und Hören dieser Nachricht war – im Alter von knapp acht Jahren, am 12. April 1961, ich ging damals in die erste Klasse.

Wohl jeder Mensch verspürt Faszination, wenn es um den Weltraum geht. Diese Faszination ist auch 50 Jahre nach dem ersten bemannten Weltraumflug Antrieb für weitere Aktionen, obwohl seit der spektakulären Mondlandung 1969 ein wenig die Orientierung für weitere Ziele fehlt. Mit der technischen Entwicklung gerät zunehmend der Mars in das Visier der Weltraumforschung, recht konkret sind die Pläne für einen bemannten Flug zu diesem Planeten.

Diese Seite soll gleichermaßen ein Sammelpunkt für Liebhaber wie ein Forum zu kontroversen Themen der Weltraumforschung werden. Hier ist auch die Stelle für persönliche Berichte darüber, wie man ganz persönlich die Nachricht vom ersten Weltraumflug aufgenommen hat.

Seit 2002 wohne ich in Karlshagen auf der Sonneninsel Usedom. Unweit von hier, in Peenemünde, wurde zwischen 1936 und 1942 der Grundstein für den Weltraumflug gelegt, im Oktober 1942 glückte erstmals der Flug einer Rakete bis in mehr als 90 Kilometer Höhe. Das wird als erster Flug in den Weltraum bezeichnet. Die deutschen Techniker von Peenemünde schufen nach 1945 die Voraussetzungen für alle späteren bemannten Raumflüge in den USA und in der Sowjetunion.

Peenemünde war aber auch Waffenschmiede, die Raketenforschung wurde rein militärisch finanziert, sollte das Dritte Reich vor dem Untergang retten. Seit Jahren wird deshalb ein erbitterter Glaubenskrieg geführt. War Peenemünde die „Wiege der Raumfahrt“ oder einfach nur ein Ort von Kriegsverbrechen mit zahlreichen Opfern unter Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen, KZ-Häftlingen und nicht zuletzt Zivilisten in England?

Sachliche Diskussion ist vonnöten, auch vor dem Hintergrund, dass sich Peenemünde zusammen mit dem sowjetischen Raketenzentrum Baikonur und dem amerikanischen Huntsville um den Status als Weltkulturerbe bemüht. Hier schaffen wir dafür eine Plattform.

Dr. Rainer Höll