Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befassten sich die ersten Wissenschaftler mit der Theorie des Raketenantriebs mit Flüssigtreibstoff. Zu ihnen gehören die Russen Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski und Sergej Pawlowitsch Koroljow, der Amerikaner Robert Goddard, der Deutsch-Österreicher Eugen Sänger sowie der Siebenbürger Hermann Oberth. Goddard, Oberth, Sänger, Koroljow sowie Oberths Schüler Max Valier und Wernher von Braun experimentierten bereits damit.

Seit 1936 konzentrierte sich die nun ausschließlich militärisch finanzierte Raketenforschung unter Leitung von Wernher von Braun in der Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom, hier hob im Oktober 1942 die A 4, die erste Rakete bis in eine Höhe von über 90 Kilometer ab. Nach dem 2. Weltkrieg nutzten Amerikaner und Russen gleichermaßen sowohl das Personal wie auch das Know-How von Peenemünde, von Braun wurde zum Leiter der amerikanischen Weltraumforschung.

Schritte auf dem Weg zum Eroberung des Weltraums, in ständiger nach wie vor enger Verbindung mit militärischen Zielen, waren die erste Erdumkreisung von Sputnik 1 am 4. Oktober 1957, Sputnik 2 einen Monat später mit der Hündin Laika, Lunik 2 mit der ersten harten Mondlandung, Lunik 3 mit der ersten Mondumrundung (beide 1959) und Sputnik 5, der 1960 zwei Hunde lebend zur Erde zurückbrachte.

Den Wettlauf um den ersten erfolgreichen bemannten Weltraumflug gewann die Sowjetunion gegen die USA mit dem Flug von Juri Gagarin am 12. April 1961. Im Februar 1962 folgte mit John Glenn der erste Amerikaner. Dafür waren die Amerikaner am 20. Juli 1969 mit Apollo 11 die ersten Menschen auf dem Mond, die Sowjetunion stellte daraufhin ihr Mondprogramm ein.

Nach dem Ende der Apollo-Flüge 1972 verlagerte sich der Schwerpunkt der Raumfahrt in Richtung wieder verwendbarer Transportsysteme und Raumstationen. Die USA entwickelten die Raumfähre Space Shuttle, während das sowjetische Pendant, der Raumgleiter Buran, nur ein einziges Mal zum Einsatz kam.

Seit 1990 entwickelt sich die Zusammenarbeit auch über die alten Blockgrenzen hinweg. Während die sowjetische Raumstation Mir von 1986 an 15 Jahre im Einsatz war, wird seit 2000 an der ISS, einer internationalen ständig bemannten Raumstation gearbeitet. Am 15. Oktober 2003 schickte die Volksrepublik China als dritte Nation einen Menschen ins All.


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