Schon knapp vier Monate nach Gagarin, am 6. August 1961, flog mit German Titow wiederum ein sowjetischer Kosmonaut als zweiter Mensch in den Weltraum, ehe am 20. Februar 1962 der erste Amerikaner folgte. John Glenn war damals 30 Jahre alt, und flog das zweite Mal 1998 im Alter von 77 Jahren erneut in den Weltraum. Zwischenzeitlich versuchte er sich an einer politischen Karriere, war Senator und bewarb sich 1984 sogar als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei. Er ist der älteste Mensch, der in den Weltraum flog und der älteste noch lebende Astronaut.

Als erste Frau im Weltall umkreiste Walentina Tereschkowa 1963 mit dem Raumschiff Wostok 6 ganze 48 Mal die Erde, 1964 folgte die erste dreiköpfige Besatzung mit Woschod 1. Den ersten Ausstieg aus einem Raumschiff in den Weltraum absolvierte Alexej Leonow 1965, bereits nach drei Monaten gefolgt vom Amerikaner Edward White.

Die 1960er Jahre waren geprägt vom Wettlauf zum Mond zwischen der Sowjetunion und den USA. 1961 verkündete Präsident Kennedy das Ziel, dass noch vor dem Ende des Jahrzehnts ein Amerikaner auf dem Mond landen sollte. Auch die Sowjetunion verfolgte dieses Ziel, aber ohne Zeitvorgabe. Während zunächst die Sowjetunion immer einen Schritt voraus war, konnten die USA bis 1967 mit dem Gemini-Programm, das konsequent auf die Technologie einer Mondlandung ausgerichtet war, einen Vorsprung erreichen. Beobachter geben auch der starken Ausrichtung der sowjetischen Raumfahrt auf Prestigeprojekte und eine zu direkte Einmischung der Politik daran die Schuld, außerdem starb 1966 der sowjetische Chefkonstrukteur Sergej Koroljow an Krebs. Das amerikanische Apollo-Programm hatte seinen Gegenpart in der sowjetischen Sojus-Raumkapsel, deren erster bemannter Start 1967 jedoch den Kosmonauten Komarow bei der Landung das Leben kostete.

Nachdem Apollo 8 als erstes Raumschiff 1968 den Mond umkreiste, landete schließlich Apollo 11 am 20. Juli 1969 auf dem Mond, die Astronauten Armstrong und Aldrins betraten den Erdtrabanten. In den 1970er Jahren setzten die Sowjetunion und die USA auf die Entwicklung ständiger Raumstationen unter dem Namen Saljut bzw. Skylab, sowie auf die Entwicklung wieder verwendbare Raumtransporter. Zu einem Symbol der Enstpannungspolitik wurde die Kopplung eines Sojus- mit einem Apollo-Raumschiff 1975.
Die internationale Raumfahrt wurde seitdem vor allem durch den Zusammenbruch des Ostblocks 1989 beeinflusst, die eine echte internationale Zusammenarbeit ermöglichte und auch die internationale Raumstation ISS hervorgebracht hat. Seit 2003 gehört auch China zu den Nationen, die Menschen ins Weltall geschickt haben. 18 Europäische Staaten sind gegenwärtig Mitglieder der 1975 in der heutigen Form gegründeten ESA, der Europäischen Raumfahrtbehörde, die die gemeinsamen Bemühungen um die europäische Weltraumforschung koordiniert.

Im Rahmen des so genannten Interkosmos-Programms flogen zwischen 1978 und 1988 insgesamt 13 Bürger des Ostblocks, aber auch aus Frankreich, Afghanistan, Indien und Syrien mit Sojus-Raketen von Baikonur aus in den Weltraum. Die...

Nachdem die Weltraumforschung nicht mehr dem Wettlauf der Systeme unterworfen ist, wird ihre Zielstellung deutlich nüchterner und unter dem Blickwinkel der Effizienz beurteilt. Ehrgeizige Pläne werden zwangsläufig durch...


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